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Die Pflichten der Hausverwaltung umfassen die Ursachenforschung der Bildung von Schimmel

Zu den Pflichten der Hausverwaltung einer Wohnungseigentümergemeinschaft gehört es, die für die ordnungsgemäße Instandhaltung und Instandsetzung des Gemeinschaftseigentums erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.


Die Hausverwaltung muss auch Hinweisen einzelner Wohnungseigentümer nachgehen, wenn Schäden am Sondereigentum auftreten und nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Ursache für diese Schäden im Gemeinschaftseigentum liegen. Verletzt die Hausverwaltung diese Pflicht, haftet sie dem betroffenen Sondereigentümer auf Schadensersatz.


Das Landgericht München I hat mit Urteil vom 15.10.2012, Az. 1 S 26801/11, eine Hausverwaltung zur Zahlung von Mietausfall verurteilt, weil diese es ohne genauere Untersuchungen - mit der Begründung eines angeblich fehlerhaften Lüftungsverhaltens - abgelehnt hatte, der Ursache der Bildung von Schimmel im Sondereigentum nachzugehen. Wie sich nachträglich herausstellte, war aber die im Gemeinschaftseigentum stehende Wärmedämmung der Dachflächenfenster mangelhaft. Da der Mieter des Sondereigentümers wegen Schimmel in der Wohnung eine Mietminderung vornahm und anschließend den Mietvertrag kündigte, entstand dem betroffenen Sondereigentümer ein nicht unerheblicher Mietausfall. Diesen Mietausfall hatte die Hausverwaltung dem Sondereigentümer aufgrund der Verletzung der Verwalterpflichten zu ersetzen.


In der Praxis ist des öfteren festzustellen, dass Hausverwaltungen die Meldung von Schäden im Sondereigentum leichtfertig abtun und diesen entweder gar nicht oder nur sehr zögerlich nachgehen. Dies kann sehr schnell zu nicht unerheblichen Folgeschäden führen, für welche  die Hausverwaltung haftbar gemacht werden kann.


von Rechtsanwalt Martin Spatz vom 09.07.2013

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