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Luft-und Trittschalldämmung in der Eigentumswohnung beim Austausch der Fußbodenbeläge

Beim Austausch von Fußbodenbelägen in einer Eigentumswohnung bestimmt sich die einzuhaltende Luft-und Trittschalldämmung grundsätzlich nach den im Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes geltenden Schutzwerten und nicht nach den im Zeitpunkt des Austausches der Beläge geltenden Werten.


Der BGH hatte mit Urteil vom 01.06.2012 , Az. V ZR 195/11, folgenden Fall zu entscheiden:


In einer Eigentumswohnung, Baujahr 1966, wurde der in der Wohnung befindliche Teppichboden durch Laminat und im Flur durch Fliesen ersetzt. Dadurch kam es in der darunter liegenden Eigentumswohnung zu einer erhöhten Lärmbeeinträchtigung durch Luft- und Trittschall.


Zum Zeitpunkt der Erbauung des Gebäudes galt hinsichtlich der Mindestanforderungen an die Trittschalldämmung die DIN 4109 in der Ausgabe von 1962. Die dort niedergelegten Werte wurden im wesentlichen auch nach Austausch des Fußbodenbelages eingehalten. Nicht eingehalten wurden jedoch die zum Zeitpunkt des Austausches des Fußbodenbelages geltenden Werte der DIN 4109 in der Ausgabe von 1989.


Der BGH urteilte nunmehr, dass sich der zu gewährende Schallschutz grundsätzlich nach den im Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes geltenden Schutzwerten auszurichten habe, und zwar jedenfalls dann, wenn es beim Austausch des Fußbodenbelags zu keinen Eingriffen in den darunter liegenden Estrich und die Geschossdecke gekommen ist.


Ein Wohnungseigentümer hat nach Ansicht des BGH keinen allgemeinen Anspruch auf Beibehaltung eines vorhandenen, die Mindestanforderungen überschreitenden Trittschallschutz.


Nur im Einzelfall - der im vom BGH entschiedenen Fall verneint wurde - kann sich ein erhöhtes Schutzniveau ergeben, als es durch die jeweilige DIN 4109 festgelegt ist. Voraussetzung hierfür ist, dass der Gemeinschaftsordnung Regelungen zum Schallschutz zu entnehmen sind, die über den Mindeststandard hinausgehen, oder dass die Wohnanlage aufgrund tatsächlicher Umstände, wozu etwa die bei ihrer Errichtung vorhandene Ausstattung - soweit keine Zufallsausstattung - oder das Wohnumfeld zählen, ein besonderes Gepräge erhalten hat.


von Rechtsanwalt Martin Spatz vom 17.07.2012


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